Laura, 34 Jahre

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Schule

Laura, 34 Jahre

Von der Vorschule an bis zum Ende der Schulzeit war Laura an öffentlichen Schulen in San Francisco. Sie fing im Alter von 3 Jahren mit der Schule an und schloss die Übergangszeit im Alter von 22 Jahren ab. Sie war immer in Förderklassen an Regelschulen im San Francisco Unified School District, was für sie häufige Schulwechsel während ihrer Schulzeit bedeutete. In den meisten Schuljahren hatte Laura eine 1 zu 1 Begleitung. Zunächst hatten wir die Bezirksverwaltung davon überzeugen müssen, dass dies erforderlich war. Nachdem man in der Bezirksverwaltung einmal erkannt hatte, wie viel Unterstützung sie für Kommunikation, Orientierung und Mobilität benötigt, war man dort offener für eine 1 zu 1 Begleitung. Laura hatte auch Logopädie, Orientierungs- und Mobilitätstraining, Unterstützung durch den kalifornischen Taubblindendienst und eine Zeit lang auch Physiotherapie. Eine Herausforderung während ihrer Schulzeit war, dass es im Bezirk während der gesamten Zeit keinen Gehörlosenlehrer gab und auch keine Klasse, in der hauptsächlich mit Gebärdensprache gearbeitet wurde. Glücklicherweise nutzte ihr Orientierungs- und Mobilitätslehrer und ihr Sehgeschädigtenpädagoge die Gebärdensprache und konnten so dabei helfen, den Rest des Teams zu schulen.

Laura ging bis zum Alter von 22 Jahren zur Schule; somit über das übliche 12. Schuljahr hinaus. Sie bekam ein Zeugnis, den GED (General Education Development Test) hatte sie aber nicht bestanden.

Laura sitzt auf eine Sportmatte

Lauras Team hatte einen Plan für ihre Zukunft, an dem wir seit der Sekundarstufe gearbeitet hatten. Sie ließ sich bei einigen ihrer Tätigkeiten filmen und ihr Team entwickelte dann während einer Besprechung, die ihrer Zukunftsplanung gewidmet war, einen Plan für ihre Zukunft. Im Team wurde besprochen, wie Lauras Zukunft vielleicht aussehen würde, wenn sie selbst einen Plan rund um die Dinge entwickeln könnte, die ihr Spaß machten und wichtig waren. Wir überlegten, was sie gerne macht, wie ihr Umfeld aussehen könnte, welche Hilfen sie als Erwachsene benötigen könnte, um ein gutes Leben zu führen und welche sonstigen Bedürfnisse oder Wünsche sich das Team für sie vorstellen konnte. In der Zeit des Übergangs nach der Schule begannen wir damit, gemeinsam mit Arc San Francisco ein Tagesprogramm für sie zu erarbeiten. Arc San Francisco ist ein Bildungszentrum für Erwachsene mit Entwicklungsstörungen. Bei Arc war man sich dessen bewusst, dass wir uns eine Form des betreuten Wohnens für sie wünschten. Laura bereitete sich mit ihrem Schulteam auf ihr Tagesprogramm bei Arc vor und zwei Jahre, nachdem sie mit dem Tagesprogramm begonnen hatte, entwickelte man bei Arc einen Plan für eine betreute Wohnsituation.

Arbeit

Laura hat seit ihren schulbezogenen Pflichten nicht viel „gearbeitet“. Sie hilft durchaus bei der Hausarbeit in ihrer Wohnung und unternimmt auch Dinge mit Gruppen, die zum Teil Freiwilligenarbeit leisten, aber sie „arbeitet“ nicht per se. Laura hat Schwierigkeiten mit dem Sehen, mit der Kognition und dem Gleichgewicht sowie körperliche Herausforderungen, die länger andauernde Tätigkeiten erschweren. Sie hat bislang auch kein Interesse an der Aufnahme einer Arbeit im landläufigen Sinn gezeigt. Aufgrund ihrer Probleme in Zusammenhang mit Mobilität, Gleichgewicht und Sehen nutzt sie einen Rollstuhl, wenn sie draußen unterwegs ist. In ihrer Wohnung und im Gebäude kann sie sich recht gut bewegen. Belebte, städtische Umgebungen lösen bei ihr jedoch Stress aus und es ist schwierig für sie, sich draußen ohne ihren Rollstuhl fortzubewegen. Ihre Assistenten und Freunde unternehmen jeden Tag etwas mit Laura, was sie sehr genießt, und sie wirkt in ihrer jetzigen Situation sehr glücklich.

Wohnsituation

Laura lebt seit 2009 in der Nähe der „Fishermans Wharf“ in San Francisco. Laura lebt in einer Wohnung mit drei Schlafzimmern in den Arc Apartments, die von Arc San Francisco betrieben werden. Sie teilt sich die Räume mit einer ebenfalls dort wohnenden Begleitung und einem weiteren Arc-Klienten.

Durch die Arc San Francisco hat Laura die Möglichkeit zu betreutem Wohnen. Bei der Suche nach einer Unterbringung für Laura wurde ihre Familie vom California Regional Center sowie von Arc San Francisco unterstützt. Laura hat einen wunderbaren Ort zum Leben, an dem sie glücklich ist und wird hoffentlich noch viele Jahre dort wohnen. Laura reist immer mit Begleitung. In ihrer Wohnung hilft sie auch mit; das ist Teil des betreuten Wohnens. Zurzeit nutzt sie keine technischen Hilfsgeräte. Ihr einziges Hilfsmittel ist der Rollstuhl, mit dem sie sich draußen fortbewegt. Laura hilft ihren Begleitern beim Kochen und beim Haushalt.

Freunde

Laura im Schwimmbad

In Lauras Wohngebäude gibt es eine großartige Hausgemeinschaft und in ihrer Wohnung bekommt sie Besuch von Freunden. Sie ist jeden Tag in der Gemeinde unterwegs und nimmt am Schwimmen teil; das ist ihr Lieblingssport. Zusammen mit ihren Begleitern unternimmt Laura jeden Tag etwas in ihrer Umgebung. Sie liebt es, die Bucht von San Francisco und Parks zu besuchen.

Sie geht jede Woche mit ihrer Familie schwimmen. Laura scheint mit ihrer Lebenssituation sehr zufrieden zu sein und ist mehr als je zuvor in ihrem Leben Teil einer Gemeinschaft.

Sie ist gerne da, wo sie jetzt ist!

Für Lauras Zukunft wünschen wir uns, dass es ihr gesundheitlich gut geht und sie die Gemeinschaft mit ihren Freunden in einer wunderbaren Wohnsituation genießen kann.

Ihre Familie weiß es zu schätzen, dass Laura ihre Wohnsituation jetzt schon geraume Zeit genießen kann.

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